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02. November 2026

Smarte Überwachung von Betonbrücken

Spree Monitoring will Brücken kontinuierlich und günstig überwachen, um Schäden frühzeitig zu erkennen

Gruppenfoto Spree-Monitoring-Team
Dem Brückenbeton auf der Spur: Julia Hau, Daniel Fontoura Barroso, Sven Focht, Niklas Epple (v. l. n. r.) © BAM

Marode Infrastruktur ist hierzulande immer wieder ein Medienthema, insbesondere wenn Brücken wegen aufgetretener Risse plötzlich gesperrt werden müssen oder komplett in sich zusammenstürzen, wie die Carolabrücke 2024 in Dresden. Hier war der Hauptbaustoff Beton, und genau damit beschäftigt sich das Team der Spree Monitoring GmbH.

Dem aus der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) hervorgegangenen Start-up geht es darum, Messdaten aus dem gesamten Betonvolumen zu bekommen und den Beton damit besser lesen zu können. Oder treffender gesagt: besser in ihn hineinhorchen zu können. Spree Monitoring, bisher noch in den historischen Räumen der BAM am Zukunftsort Berlin SÜDWEST angesiedelt, hat ein besonderes Ultraschallverfahren entwickelt. „Beton besteht aus mehreren Komponenten, darunter Zement und Gesteinskörnung, es handelt sich um ein sehr heterogenes Material. Bei unserem Verfahren schauen wir nicht nur, wie lange eine Ultraschallwelle benötigt, um die Stoffe auf direktem Weg zu durchdringen“, erklärt CEO Niklas Epple. „Wir betrachten auch alle Reflexionen innerhalb des Materials. Die Ultraschallwellen sind länger im Bauwerk unterwegs. Dadurch können wir Veränderungen frühzeitig erkennen.“

Natürlich gebe es regelmäßige Prüfungen von Brücken und anderen großen Infrastrukturbauwerken. Monitoringverfahren werden aber oft nur anlassbezogen und nicht präventiv eingesetzt. Ein Großteil der Bauwerke wird nur alle drei bis sechs Jahre durch eine vorgeschriebene Sichtprüfung kontrolliert. Diese Überwachungslücke will Spree Monitoring schließen.

Der Ansatz liegt darin, eine Brücke permanent mit Sensoren auszustatten, die durchgehend Daten liefern. „Überall auf der Welt erheben wir viele Daten, aber bei diesem kritischen Teil der Infrastruktur hängen wir hinterher“, sagt Epple. „Wir bieten ein Verfahren, das sehr sensitiv ist, und trotzdem günstig genug, um es in viele Strukturen einbauen zu können. Unser Ansatz ist eine Komplettlösung, die Installation, Messsysteme und die Datenanalyse beinhaltet.“

Spree Monitoring möchte nach dessen Fertigstellung ins FUBIC (Business and Innovation Center next to Freie Universität Berlin Campus) umziehen, das sich praktischerweise in der Nachbarschaft der BAM befindet. „Ein echter Pluspunkt für uns, denn wir wollen noch eine Verbindung zur BAM behalten“, betont Epple, der Geophysik und Seismologie studiert hat.

„Der neue Tech-Campus wird moderne Labore und Büros schaffen, die sehr gut zu dem passen, was wir machen. Schließlich betreiben wir weiter Forschung, um unsere Verfahren zu optimieren. Zudem wollen wir als Unternehmen wachsen und die Räume im FUBIC lassen sich flexibel erweitern. Auch die Coworking-Spaces sind praktisch für uns, wenn wir kurzfristig Praktikumsplätze einrichten wollen. Für uns ist es ein perfektes Angebot.“

Momentan betreibt Spree Monitoring mehrere Pilotprojekte in Deutschland und ist auf Kundensuche. Der Bedarf scheint riesig zu sein, bei all den Brücken in Deutschland, die langsam an ihr Lebensende kommen, aber wohl nicht sofort ersetzt werden können. Genau dort müssen die Betreibergesellschaften jetzt sehr genau hinschauen. „Mit unserem Monitoringverfahren lässt sich die tatsächliche Zustandsentwicklung der Brücken kontinuierlich beobachten und so unter anderem herausfinden, ob die Leistungsfähigkeit dieser Strukturen den Annahmen und Berechnungen und vor allem den Anforderungen noch entspricht“, erklärt Mitgründerin Julia Hau. „Mit diesen Informationen können wir dazu beitragen, dass Brücken länger und sicher weiterbetrieben werden.“

Klaus Atangana-Rathje für Potenzial

 

Spree Monitoring: Brückenmonitoring mit Codawelleninterferometrie

FUBIC Innovationscampus

Potenzial – Das WISTA-Magazin. Ausgabe: FUBIC Innovationscampus, November 2026
  • Potenzial: FUBIC Innovationscampus (332 KB)

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