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07. November 2022

Schneller zur Innovation dank KI

Der digitale Assistent der IdeaLab.Systems soll Unternehmen innovationsrelevante Informationen und Lösungsansätze in Echtzeit bereitstellen

Innovationsmanager Andreas Scheel bei einem Pitch-Event von Science & Start-ups. Foto:© Science & Startups
Foto:© Science & Startups

„Innovationen hervorzubringen, ist ein arbeitsintensiver Prozess“, sagt Andreas Scheel. „Allein die Markt- und Patentrecherchen nehmen sehr viel Zeit in Anspruch.“ Das will der Innovationsmanager künftig ändern – und zwar mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI). Dafür hat er jetzt mit einem kleinen Team das Start-up IdeaLab.Systems gegründet.

„Wir wollen Innovationprozesse effizienter gestalten und damit auch beschleunigen“, erklärt er. „Dazu haben wir ein System entwickelt, dass wir gern als ‚Alexa‘ des Innovationsprozesses bezeichnen.“ Was digitale Assistent:innen heute schon in heimischen Wohnzimmern tun, soll das IdeaLabs-Gerät künftig in den Konferenzräumen von Unternehmen leisten. Zuhören, nachschlagen, analysieren, Antworten liefern. „Unser Tool soll Organisationen kreativer machen und bei Entscheidungen im Laufe des Innovationsprozesses unterstützen.“

Denn wenn ein Unternehmen neue Produkte oder Services entwickeln will, treffen sich die kreativen Köpfe erst einmal zu einem Brainstorming. Dann werden Rechercheaufgaben verteilt. Nicht nur an die eigenen Mitarbeitenden, sondern oft auch an Marktforschungsunternehmen und Unternehmensberatungen. Erst wenn deren Ergebnis vorliegt, geht es mit der nächsten Besprechung weiter.

Das kostet Zeit und Geld. „Wir wollen die Beteiligten in Echtzeit mit relevanten Informationen versorgen“, erklärt Scheel. „Zum Beispiel zu Mitbewerbern, Patenten, Trends oder auch Meinungen zu einem bestimmten Thema in den sozialen Medien. Damit sollen sie ihre Entscheidungen gezielter treffen, kreativer werden und den gesamten Innovationprozess effizienter gestalten können.“

Den Innovationsprozess kennt er nur zu gut. Denn die vergangenen sieben Jahre hat der Innovationsmanager in einem Forschungskonsortium an der Freien Universität Berlin gearbeitet. Hier gehörte er zur Schnittstelle zwischen Innovationsmanager:innen und den Kunden am Markt. Und in diesem Umfeld wurde die Idee zum Start-up geboren. „Wir stellen unseren Kunden ein System zur Verfügung, das jede Besprechung während des Innovationsprozesses mithört“, sagt er. „Es erkennt das gesprochene Wort und sucht zu bestimmten Schlüsselwörtern zusätzliche, innovationsrelevante Informationen in verschiedensten Datenquellen.“ Blitzschnell findet das System heraus, ob jemand anderes sich die Idee schon schützen ließ. Ob es in Europa überhaupt Interesse an so etwas gibt. Was die Zielgruppe in Social Media darüber denkt. Oder welcher Zulieferer ein bestimmtes Bauteil produziert. Auf Monitor, Beamer, Mobilgerät oder Lautsprecher wird das Ergebnis kundgetan und kann sofort in den weiteren Kreativprozess einfließen.

„Wir haben gerade eben gegründet und arbeiten in der Aufbauphase des Unternehmens aktuell noch mit vorgefüllten projektspezifischen Datencontainern“, erklärt Scheel. „Hier haben wir im Vorfeld die Daten zusammengestellt, aus denen das System dann auswählt.“ In Zukunft soll ihr Tool jedoch auf verschiedenste Datenquellen zugreifen, und zwar live. Doch das System soll mehr als nur eine sprechende Suchmaschine sein. „Wir wollen nicht nur reine Information liefern. Wir wollen auch inspirieren“, sagt der Innovationsmanager. Das heißt, das System schaut künftig über den Tellerrand hinaus und trägt etwa zusammen, wie ein bestimmtes Problem in anderen Bereichen gelöst wurde. Denn vielleicht hat ja die Lebensmittelindustrie schon die perfekte Lösung für ein Problem, mit dem eine Automobilfirma gerade kämpft. Cross-Industry Innovation nennt sich das im Fachjargon.

„Rund 98 Prozent aller Innovationen bestehen darin, bereits existierende Dinge zu rekombinieren“, erklärt Andreas Scheel. „Ähnlich wie Frankensteins Monster, sind also auch Innovationen aus verschiedensten Teilen zusammengesetzt. Was wir erschaffen wollen, ist ein Kreativmonster. Das nennt sich Artificial Creativity, also künstliche Kreativität. Und hier sehen wir die Zukunft.“

 

Von Kai Dürfeld für POTENZIAL

 

Kontakt:

Andreas Scheel
IdeaLab.Systems
Altensteinstraße 40
14195 Berlin
info(at)idealab.systems
https://idealab.systems