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Berlin Dahlem: Das „deutsche Oxford“

Auf der grünen Wiese

Der Berliner Südwesten ist ein bedeutender, über Jahrzehnte gewachsener Life-Science-Standort – und seit mehr als hundert Jahren ein traditioneller Wissenschaftsstandort. Die 1912 hier angesiedelten Kaiser-Wilhelm-Institute für Chemie und Physikalische Chemie – Vorläufer der heutigen Max-Planck-Institute – wurden auf der „grünen Wiese“ gegründet. Seit der Gründung 1948 nutzt auch die Freie Universität Berlin ehemalige Gebäude der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. Die Vision: Ein „deutsches Oxford“, ein exzellentes deutsches Wissenschaftszentrum mit internationaler Strahlkraft.

 

Heisenberg, Haber, Hahn

In Dahlem forschten Nobelpreisträger hoch spezialisiert in Pionierfeldern wie Genetik, physikalische Chemie oder Atomphysik und schrieben damit Wissenschaftsgeschichte. Schnell zogen talentierte und renommierte Forscher aus aller Welt nach Dahlem. Einige der bedeutendsten, aber auch der schwerwiegendsten wissenschaftlichen Entdeckungen wurden hier gemacht. Otto Hahn, Fritz Straßmann und Lise Meitner entdeckten 1939 in Dahlem die Kernspaltung. Auch Albert Einstein hinterließ Spuren. Unvergessen ist das deutsche Uranprojekt unter Werner Heisenberg, das zum Bau des ersten Uranreaktors führte. Heute ist das „deutsche Oxford“ mit seinem Campus Dahlem einer der vier größten Wissenschaftsstandorte in Deutschland. Etwa 35.000 Studierende sorgen tagsüber für ein belebtes Stadtbild in einem der kleinsten Ortsteile des südwestlichen Bezirks Steglitz-Zehlendorf. Hinzu kommen rund 4.400 Doktorandinnen und Doktoranden, Lehrende und weitere Beschäftigte der Universität.

 

Planeteninstitut, Clubhaus, Start-up-Villa

Bemerkenswerte Dinge haben auch die dicken Mauern der 1912 erbauten Villa an der Altensteinstraße 40/Ecke Fabeckstraße während der letzten hundert Jahre erlebt. Wo im Königlichen Astronomischen Rechen-Institut Planetenbewegungen berechnet wurden und nach dem Zweiten Weltkrieg amerikanische Streitkräfte im Clubhaus „Melodie“ tanzten, arbeiten heute Gründungsteams in der Start-up-Villa der Freien Universität Berlin. Sie befassen sich mit innovativen Diagnostika im Bereich der Autoimmunerkrankungen, smarten Technologien für Menschen mit Nervenschäden oder KI-basierter Begleitung von Neurodermitis-Patienten.

 

Station für forschungsorientierte Unternehmen

Der Gebäudekomplex an der Fabeckstraße 62 wurde in den 1970er-Jahren als modernes Krankenhaus errichtet, das der US-Army in Berlin als Gesundheitszentrum diente. Die Kapazität lag bei rund 220 Betten. Mit dem Abzug der Amerikaner 1994 wurde das Hospital dem Land Berlin übergeben, welches das Gebäude der Charité überließ. In den letzten Jahren  nutzte die Bundesanstalt für Materialprüfung und -forschung (BAM) das ehemalige Krankenhaus. Zuletzt diente es als Film-Set. Nun wandelt sich das ehemalige US-Militärkrankenhaus in unmittelbarer Nähe zum Dahlemer Campus der Freien Universität zu einem Innovationszentrum für junge und forschungsorientierte Unternehmen.

Zukunftsort Berlin SÜDWEST

300 ha Fläche, 5.000 Unternehmen, 32.000 Beschäftigte, 13 wissenschaftliche Einrichtungen, 35.000 Studierende