FUBIC schafft ideale Infrastruktur für Start-ups und Ausgründungen, sowie etablierte Unternehmen: Interview mit Projektleiter Jörg Israel über den neuen Innovationscampus in wissenschaftlicher Umgebung

26. Februar 2020

FUBIC schafft ideale Infrastruktur für Start-ups und Ausgründungen, sowie etablierte Unternehmen

Interview mit Projektleiter Jörg Israel über den neuen Innovationscampus in wissenschaftlicher Umgebung

Jörg Israel, FUBIC © WISTA Management GmbH

Bei ihm laufen alle Fäden zusammen: Jörg Israel vor dem Info-Pavillon vom FUBIC © WISTA Management GmbH

In einem einstigen US-Militärkrankenhaus an der Fabeckstraße in Berlin-Dahlem sollen sich ab 2022 bis zu 80 Start-ups ansiedeln. Dafür wird das Krankenhaus, das für die US-Alliierten in den 1970er Jahren gebaut wurde, ausgebaut. Rund um das Haupthaus entstehen sechs Neubauten, die von privaten Investoren errichtet und betrieben werden sollen. 60 Prozent der Betriebsfläche wird Gründern vorbehalten bleiben, betont FUBIC-Projektleiter Jörg Israel von der WISTA Management GmbH.

Was ist das FUBIC?

Jörg Israel: FUBIC steht für „Business and Innovation Center next to Freie Universität Berlin Campus“. Ein Kunstwort. Auf dem 50.000 Quadratmeter großen Gelände in direkter Nachbarschaft zur Freien Universität Berlin (FUB) wird ein Campus geschaffen, an dem sich technologieorientierte Start-ups und junge Unternehmen aus den Bereichen Life-Science, Gesundheitswirtschaft sowie Informatik ansiedeln können.

Warum Dahlem?

Die FUB mit ihren 35.000 Studierenden gehört zu den gründungsstärksten Hochschulen in Deutschland. Sie war auch eine der treibenden Kräfte für das FUBIC. Die hohe Forschungsdichte mit enger Vernetzung und vielfältigen Kooperationen von Unternehmen mit der FUB und den zahlreichen im Bezirk ansässigen Forschungseinrichtungen schaffen einen idealen Ort für Start-ups und Ausgründungen. Dazu kommt, dass es im Bezirk Zehlendorf, zu dem Dahlem gehört, kaum freie Büroflächen und schon gar keine Laborflächen gibt. Insofern war es auch der Wunsch des Stadtbezirks, einen Innovationscampus zu schaffen.

Was bietet das FUBIC?

Das FUBIC wird Start-ups ideale Bedingungen für ihre Gründungsprojekte bieten. Hier entstehen moderne Arbeitsplätze für eine wissensbasierte Industrie, in einem grünen Wohnumfeld mit kurzen Wegen zur Wissenschaft. Neben der FUB befinden sich zahlreiche außeruniversitäre Einrichtungen wie die Max-Planck-Institute, die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) oder das Zuse-Institut Berlin in direkter Nähe. Wir schaffen eine Infrastruktur, in der Gründerinnen und Gründer sofort beginnen können zu arbeiten, zu einem günstigen Mietpreis, technisch gut ausgestattet.

Wie soll das FUBIC aussehen?

Ein sechsstöckiges Gebäude, ausgestattet mit allem, was die Unternehmen brauchen. Die Palette reicht von Büros über Physik- und Chemielabore bis zu Coworking-Spaces, in denen sich Einzelpersonen, aber auch ganze Unternehmenseinheiten einmieten können. Wir sind da sehr flexibel. Weil wir einen Teil des FUBIC ohne Fördermittel bauen – die 6. Etage –, gibt es dort keine Beschränkungen, weder beim Alter noch bei der Größe der sich ansiedelnden Unternehmen. Wir können somit auch gestandene Unternehmen im FUBIC ansiedeln.

Im Erdgeschoss finden sich Technikumsflächen, Konferenz- und Besprechungsräume, im 1. Obergeschoss ist die Cafeteria mit Terrasse, die auch von den Bewohnern der umliegenden Wohngebiete genutzt werden kann. Ein Empfangsbereich ist Anlaufpunkt für alles Koordinative und Ansprechpartner für Besucher und neue Mieter. Dazu kommen natürlich Serverräume, Lagerflächen, 160 Stellplätze in einer Tiefgarage, auf der Straße noch einmal 120 Stellplätze. Jeder dritte Stellplatz wird eine Ladesäule haben. Die Dachterrasse dient als Begegnungsfläche für die Mieter und Besucher.

Das FUBIC ist Kern eines Campus. Was verbirgt sich dahinter?

Um das Innovationszentrum herum entstehen sechs Büro- und Laborgebäude auf privater Basis, in denen sich etablierte innovative Unternehmen ansiedeln können. Aber auch Gründer/-innen, die nach sechs bis acht Jahren das Zentrum verlassen müssen, können hier einziehen. Von der Nähe zwischen Wissenschaft, Start-ups und etablierten Unternehmen erwarten wir vor Ort vielfältige Synergien. Wir wollen hier Unternehmen, die von der wissenschaftlichen Umgebung profitieren möchten.

Die Bruttogeschossfläche auf dem gesamten Campus beträgt etwa 66.000 Quadratmeter verteilt auf das FUBIC mit etwa 30.000 und die sechs anderen Gebäude mit je 3.000 bis 6.500 Quadratmetern. Es ist sehr grün, denn der gute Baumbestand des ehemaligen Krankenhausstandortes wird weitgehend erhalten. Damit erhält das Gelände den Charakter eines Parks. Eine Magistrale führt durch den Campus, man kann flanieren, denn es wird keine Zugangsbeschränkungen geben.

Wie viele neue Arbeitsplätze erwarten Sie?

Wir rechnen in Dahlem mit bis zu 1.000 neuen Arbeitsplätzen.

Wie ist der aktuelle Bautenstand des FUBIC?

Teile des alten Militärkrankenhauses sowie einige alte Gebäude werden momentan abgerissen. Die Klinik wird entkernt und um zwei Etagen aufgestockt. Die Fertigstellung ist für Ende 2022 geplant.

 

Das Interview führte Rico Bigelmann für Potenzial – Das WISTA-Magazin

 

Innovationszentrum FUBIC

Grundstücksfläche: 50.700 m²
Hauptnutzfläche: 11.000 m²
Adresse: Fabeckstraße 62, 14195 Berlin
Betreiber: WISTA Management GmbH
Fertigstellung: Ende 2022
Projektleiter: Jörg Israel
Telefon: +49 30 6392-2216
E-Mail: israel@wista.de
suedwest.wista.de

Potenzial: FUBIC
Potenzial – Das WISTA-Magazin. Ausgabe FUBIC 2020